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Elternabend Vortrag Computermäuse
Geschrieben von: Kulzer Lilo   
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Kinder online - Gefahren in der virtuellen Welt

Elternabend der Wolfgang-Spießl-Schule " Gefahren im Internet - Sicherheit durch Aufklärung"

"Gefahren im Internet- Sicherheit durch Aufklärung" lautete das Thema eines Vortrages zu dem der Jugendförderverein der Wolfgang-Spießl -Schule eingeladen hatte. Fördervereinsvorsitzende Elisabeth Reisinger konnte dazu neben zahlreich interessierten Eltern, Rektor Kurt Breu , sowie besonders Birgit Zwicknagel von den „Computermäusen Stamsried" begrüßen.

Die Computermäuse sind eine Initiative der Referentin Frau Birgit Zwicknagel (Firma ZAK) und des Fördervereins der Wolfgang-Spießl-Schule Stamsried.
Wohl wissend, dass die virtuelle Welt den Einzug in viele Kinder- und Jugendzimmer bereits lange geschafft hat, engagiert sich die Initiatorin, selbst Mutter von drei Jugendlichen und bekennender Internet-Fan, für einen klugen und besonnenen Umgang mit diesem Medium. „Ich möchte keine Panik vermitteln, sondern Sie als Eltern für das Thema sensibilisieren, damit ihre Kinder so früh wie möglich Medienkompetenz entwickeln können.", so Birgit Zwicknagel, die einen kurzweiligen und engagierten Vortrag hielt. Das Internet bringt uns mit nur wenigen Klicks die ganze Welt nach Hause. Aber wo es Sonnenseiten gibt, ist leider auch Schatten. Als erstes wurde über die Gefahren beim Chatten, dem Plaudern zweier oder mehrerer Personen im Internet in Echtzeit gesprochen. Generell ist der Chat erst für Kinder ab 14 Jahren geeignet, denn erst dann sind die Mädchen und Buben fähig auf eventuelle Problemsituationen angemessen zu reagieren. Eine Ausnahme bilden reine Kinderchats, jedoch auch hierbei sollte man sein Kind nicht unbeaufsichtigt lassen. Die Gefahr beim Chat sind sexuelle Belästigungen und Beleidigungen. Die größte Gefahr besteht bei Verabredungen außerhalb des Chats, denn nicht jeder ist das, was er im Chat vorgibt zu sein. Die Anzahl der sexuellen Missbräuche steigt jährlich. Ausführlich zeigte die Referentin das Vorgehen eines Täters vom Antesten, dem Aufbau einer Vertrauensbasis bis hin zum persönlichen Treffen auf.
Zwicknagel appellierte an die Eltern ihren Kindern unbedingt zu erklären dass sie beim Chat Phantasienamen verwenden sollen. Angaben über das Geschlecht, Geburtsdatum oder Wohnort seien absolut tabu, genauso wie die Angabe der Telefon- und Handynummer. „ Sagen sie ihrer Tochter oder ihrem Sohn : „Verabrede dich nie alleine oder heimlich mit einem Chatkontakt !" bat sie eindringlich.
Weitere Themen waren die Gefahren beim Surfen (Sexismus, Rechtsextremismus, Gewalt), Online-Rollenspiele sowie teure Abo‘s. Einen breiten Rahmen nahmen anschließend die sozialen Netzwerke ein. Immer mehr Menschen kommunizieren in sozialen Netzwerken wie Facebook, MySpace u. ä. miteinander. Dabei sollte man sich der Risiken bewusst sein. Soziale Netzwerke sprechen die wesentlichen Bedürfnisse eines Menschen an, wie zum Beispiel das Bedürfnis nach Kontakt und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Auf diese Weise kann man mit Gleichgesinnten ganz einfach kommunizieren, und das bequem und sogar vom heimischen PC aus, ohne einen Schritt vor die Tür zu setzen. Kein Wunder, dass diese Netzwerke sich nicht über mangelnden Zulauf beklagen müssen. Bevor man jedoch Kontakt zu anderen aufbauen kann, muss man bei den meisten Netzwerken dieser Art ein Profil ausfüllen. Dieses Profil enthält je nach Netzwerk mehr oder weniger private Angaben. Das kann zum Problem werden, denn private Informationen sollten auch privat bleiben. Hier sind die meisten Jugendlichen viel zu freizügig mit den privaten Daten. Wer in einem sozialen Netzwerk ein Profil anlegt, sollte sich darüber im Klaren sein, welche Gefahr in seinen Angaben steckt. "Nachdem das Profil in Facebook angelegt wurde, sollte im Konto Einstellungen die Privatsphäre manuell abändert werden. Alles sollte auf ,nur Freunde' umgestellt werden, dann hat man eine sichere Seite." riet Referentin Birgit Zwicknagel.
Hinzu kommt, dass der Grundsatz "was einmal online war, immer online bleiben wird" in der Regel wenig beherzigt wird. Es wird vergessen, dass trotz "Löschen" von nicht mehr gewünschten Inhalten immer Archivversionen im Netz vorhanden bleiben.
In letzter Zeit kommt es zunehmend zu Fällen von Cyber Mobbing, wusste die Referentin, denn die modernen neuen Medien senken die Hemmschwelle für Mobbing. Unter Cyber-Mobbing versteht man das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mit Hilfe moderne Kommunikationsmittel ,meist über einen längeren Zeitraum. Gerade bei Cyber-Mobbing unter Kindern und Jugendlichen kennen Opfer und Täter einander meist auch in der „realen" Welt. Die Opfer haben fast immer einen Verdacht, wer hinter den Attacken stecken könnte. Cyber-Mobbing geht in der Regel von Personen aus dem eigenen Umfeld aus, der Schule, dem Wohnviertel oder dem Dorf. Fälle, in die gänzlich Fremde involviert sind, sind wenig verbreitet.
Zusammenfassend forderte die Referentin die Eltern auf selbst auf dem Laufenden zu sein und sich mit dem Medium Internet zu beschäftigen. „ „Lassen sie sich im Netz auch ruhig mal etwas von ihrer Tochter oder dem Sohn zeigen und erklären. Das steigert das Selbstwertgefühl ihres Kindes und es merkt, dass sie sich für sein Tun interessieren." Wichtig sei über mögliche Gefahren des Internets, ohne Themen auszuklammern, offen zu sprechen. „Kommunikation ist das A und O, reden Sie, stellen Sie Fragen !" forderte Zwicknagel.
Ausführliche Informationen zum Thema „Internetgefahren " gibt es unter www.aber-sicher.eu und sowie unter www.vs-stamsried-poesing.de.
Übrigens : nach dem Elternabend wird die Expertin jeweils vier Vormittage
die Schüler-/-innen der 4.-9. Jahrgangsstufe umfassend über Risiken und neue Entwicklungen rund um Internet und Handy informieren. .